GOÄ-Novelle nur in kleinen Schritten

Das Präsidium der Bundesärztekammer hatte im März 2016 die Vorlage zur neuen GOÄ abgelehnt.

Das war ein herber Schlag für die nötige GOÄ-Novelle.

Seitdem sind 4.500 neue Legenden seitens der Bundesärztekammer definiert. Für die Bewertung der neuen Leistungen gibt es einen Rohentwurf, der aber noch intern bereinigt werden muss.

Unter anderem bei den laborärztlichen Leistungen gibt es zunächst innerärztlichen Justierungsbedarf. Die Interessenvertretung dort weist darauf hin, dass die veraltete GOÄ auch im Labor eine Vielzahl von neuen Leistungen nicht abdeckt. Die neuen medizinischen Verfahren sind zwar ein Gewinn für die Patienten, allerdings sind auch die Betriebskosten gestiegen. Wenn die Gesamtausgaben bestimmte Grenzen nicht überschreiten sollen – und ein solcher Mechanismus war schon einmal Konsens – kann das zu internen ärztlichen Verteilungskämpfen führen.

Erst wenn die internen Gespräche abgeschlossen sind, wird man ärztlicherseits die Verhandlungen mit den Kostenträgern beginnen können.

Welches Ergebnis diese Gespräche haben werden, ist noch völlig offen – was die Legislative schließlich übernimmt, noch viel mehr. Die GOÄ `96 wird also wahrscheinlich noch über 2021 hinaus gelten.

Es lohnt sich damit weiterhin, sich mit dieser Gebührenordnung und ihrer Bedeutung für die eigene Praxis zu befassen. Trotz bzw. gerade aufgrund der langen Geltung der aktuellen GOÄ sind wichtige Fakten in der täglichen Abrechnung oft nicht präsent. Dazu gehört zum Beispiel die Kombinationsmöglichkeit von bestimmten Ziffern, etwa bei den Ziffern 410 ff. Der richtige Ansatz von Analogziffern sichert berechtigtes Honorar und reduziert die Rückfragen von Patienten und Kostenträgern auf das machbare Minimum.

Mit einer individuellen Fortbildung lassen sich mögliche Lücken in der Abrechnung effizient finden. Wichtig ist, dass die Praxis im Anschluss auch die kontinuierliche Umsetzung des gefundenen Potenzials erreicht.