GOÄ 406 analog für OTC-Untersuchung

Autor: Daniela Schumann

INHALT

Wenn Kostenträger analoge Ziffern in der Privatabrechnung beanstanden und nicht erstatten, ist das ärgerlich. Das gilt auch bei relativ geringen Beträgen, weil suggeriert wird, dass die Praxis außerhalb des Zulässigen abrechnet. Ein Beispiel ist der Ansatz der GOÄ Ziffer 406 analog für die OCT-Untersuchung mit Farbcodierung.

GOÄ 406 analog bei OCT Untersuchung mit Farbcodierung

Teilweise erstatten die Kostenträger die GOÄ Ziffer 424 Hauptziffer (Zweidimensionale Doppler-Echokardiographie) in analoger Abrechnung für die OCT-Untersuchung, aber nicht den Zuschlag nach GOÄ 406 analog für die Farbcodierung.

Die Ziffer 406 GOÄ ist mit 200 Punkten und somit 11,66 € bewertet. Als Zuschlag ist sie nicht steigerungsfähig. Der Betrag ist also vergleichsweise gering.

Aber bei regelmäßigem richtigen Ansatz liegt der Unterschied jährlich bei mehreren 1.000 €.

Da lohnt sich genaues Hinsehen!

Abrechnung Ziffer 406 GOÄ analog

Beim Zuschlag 406 heißt es in VI Allgemeine Bestimmungen Nr. 1 der GOÄ:

406 Leistung nach Nr. 424 – bei zusätzlicher Farbcodierung.

Die GOÄ selbst sieht also die Option des Zuschlages zur Ziffer 424 vor, wenn die in 406 genannten Voraussetzungen der Farbcodierung erfüllt sind.

Nach § 6 Absatz 2 GOÄ kann bei einer Regelungslücke eine gleichwertige (nicht: gleichartige!) Ziffer für die Analogabrechnung herangezogen werden. Eine analog angesetzte Abrechnungsziffer „erbt“ die besonderen Voraussetzungen der originalen Leistungsposition. Dazu gehören die Punktzahl, die Ausschlüsse und die Möglichkeiten der Steigerung. Zuschlagsziffern können auch bei einem analogen Ansatz nicht gesteigert werden.

Urteile zur Abrechnung GOÄ 406 analog

Beim Streitstand zum analogen Ansatz des Zuschlags 406 GOÄ zeigt sich eine Tendenz:

Pro 406 GOÄ analog

  • AG Köln 12.02.2020, 118 C 65/18
  • AG Wiesbaden 25.04.2019, 91 C 3925/18
  • AG Köln 14.11.2018, 118 C 526/17
  • BÄK über A 7017, die die Ziffern 424 und 406 analog umfasst
  • BÄK über das Analogverzeichnis von 2013 auf Seite 291 durch Verweis auf Ziffer A 1007 plus A 406 zum 1-fach-Satz. Der Zuschlag wird hier befürwortet aufgrund Doppler farbcodiert bei echokardiographischer Untersuchung des Fetus.
  • Hermanns/Filler/Roscher (2019) zur A 7017 unterstützt den Ansatz der 406 analog, ebenso über den ausdrücklichen Hinweis zur Ziffer 406 selbst (406 neben 424)

Contra 406 GOÄ analog

  • GOÄ-Kommentar des PKV-Verbandes zur Ziffer A 7017, Seite 50
  • VG Düsseldorf 14.12.2018, 26 K 3164/17

Das Gericht begründet die Entscheidung mit dem Hinweis, dass sich zur Abrechnung der 406 analog in der Fachliteratur kein Streitstand feststellen lasse. Daraufhin wurde ein Anerkenntnisurteil akzeptiert. Mit Blick auf die pro-Fundstellen ist fraglich, ob das Gericht heute erneut so urteilen würde.

Unsere Empfehlung ist deshalb, den Ansatz der Ziffer 406 analog mit Verweis auf die Rechtsprechung durchzusetzen. Das berechtigte zusätzliche Honorar kann -wie gesagt- mehrere tausend Euro jährlich ausmachen.

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