Corona Hygienepauschale: Ziffer a383 statt a245

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Es gibt ab dem 01.01.2022 eine neue GOÄ-Ziffer für die Abgeltung der erhöhten Hygienemaßnamen: statt der a245 GOÄ gilt dann die a383 GOÄ.

Damit wird das Honorar für diese Leistung erneut abgesenkt, nämlich von 6,41 € auf 4,02 € je Arzt-Patientenkontakt.

Zwar wird die GOÄ aufgrund von Corona wie bisher auch nicht verändert – das Verfahren zur GOÄ-Novellierung geht seinen bisherigen Gang. Aber seit dem 07.05.2020 gibt es für die Privatabrechnung seitens u.a. der Bundesärztekammer verschiedene Empfehlungen, ob und wenn ja wie der mit Corona einhergehende Aufwand in der Privatabrechnung nach GOÄ abzubilden ist. Diese Empfehlungen werden regelmäßig überprüft und dann entweder verlängert oder abgeändert.

Privatabrechnung und erhöhte Hygienemaßnahmen – GOÄ Ziffer 383 analog – Faktor?

Entsprechend der gemeinsamen Empfehlung von BÄK, PKV-Verband und den Trägern der Beihilfe kann die GOÄ-Ziffer 383 GOÄ analog für die erhöhten Hygienemaßnahmen abgerechnet werden. Das gilt wie bei der a245 vorher für jeden Arzt-Patienten-Kontakt, d.h. auch bei Hausbesuchen und Besuchen in Seniorenresidenzen. Erfolgt der Kontakt über MFA, kann die Ziffer nicht berechnet werden. Es gilt ausdrücklich der Arzt-Kontakt als Voraussetzung. Gleichzeitig besagt die Empfehlung, dass der Faktor als feste Vergütung steht und nicht erhöht werden darf. Die Honorierung für die Hygienemaßnahmen liegt nach der Empfehlung wie folgt:

  • a245 = 09.04.2020 – 30.09.2020 = 2,3-facher Satz = 14,75 €
  • a245 = 01.10.2020 – 31.12.2021 = 1,0-facher Satz = 6,41€
  • a383 = 01.01.2022 – 31.03.2022 = 2,3-facher Satz = 4,02 €

Die gemeinsame Empfehlung der BÄK legt fest, dass die GOÄ Ziffer 383 analog nicht gesteigert werden darf. Zwar widerspricht ein solches Steigerungsverbot der Systematik nach § 6 Absatz 2 GOÄ. Denn die analog angesetzte Ziffer wird konsequent und mit allen Rahmenbedingungen angewendet. Damit bleibt sie prinzipiell auch steigerungsfähig.

Aber aus rein praktischer Sicht gilt: Wenn Sie als Praxis regelmäßige Beanstandungen vermeiden möchten, ist es betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll, einen Bearbeitungsaufwand für 2,1 € je Patientenkontakt zu triggern. Das ist die Differenz vom 2,3-fachen zum 3,5-fachen Satz. Außerdem ist die Empfehlung wie bisher erkennbar ein Teil des Krisenmanagements. Es gab auch eine Überlegung, die Hygienemaßnahmen ab 2022 nicht mehr gesondert zu vergüten. Deshalb ist unser Rat, die Empfehlung zu beachten.

Nur wenn die Corona-bedingten Hygienemaßnahmen in Ihrer Praxis regelmäßig überdurchschnittlich erhöht werden müssen, wäre das betriebswirtschaftlich relevant. Dann sollte zumindest versucht werden, diesen weiter erhöhten Aufwand über die Steigerung abzubilden. Das muss dann natürlich in der Rechnung stichwortartig begründet werden, so wie jede andere Steigerung über den Schwellenwert eben auch.

Für die Analogabrechnung lautet die Legendentextempfehlung wie bisher: „Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der Covid-19-Pandemie, je Sitzung“. 

Alle anderen Ziffern im Rahmen der Behandlung sind und bleiben natürlich gleichfalls steigerungsfähig, wenn der Aufwand für ihre Erbringung aus anderen Gründen erhöht war.

Dazu sind die Auffassungen auch einheitlich.

Falls die Rechnungen schon gestellt wurden, aber die a245 GOÄ für den o.g. Zeitraum nicht berücksichtigt wurde (oder die a383 GOÄ in Zukunft einmal vergessen wird), können Praxen eine nachträgliche Berechnung überlegen. Das ist in jedem Fall dann sinnvoll, wenn der Patient mehrere Termine in der Praxis gehabt hat.

Das ablehnende Urteil des AG Bremen vom 10.11.2021 halten wir für eine einzelne Abweichung, die sich nach unserer Auffassung nicht durchsetzen wird.

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